Ayzit Bostan & Fabian Frinzel: Landwehrstrasse
Bäcker auf der Landwehrstrasse performen in Bomberjacken der Modedesignerin Ayzit Bostan
January 11
Die Neue Sammlung eröffnet eine Ausstellung - wir stellen die passenden Fragen
Man könnte eine lange Einleitung darüber schreiben, wo das Bureau Mirko Borsche überall seine designgestaltenden Finger drinnen hat. Oder einfach nur sagen: Schaut euch die Arbeiten an, dann werdet ihr sie auch erkennen, wenn sie euch über den Weg laufen. Ein guter Anlass um letzteres zu tun und sich die Ideen des Designbüros in gesammelter Form anzusehen, ist eine im Januar eröffnende Ausstellung in der Neuen Sammlung der Pinakothek der Moderne. Anlässlich dieser Veranstaltung haben wir das Bureau Borsche zum Interview gebeten.
Satellite Voices: Am 13. Januar eröffnet die Ausstellung "Unplugged. Bureau Mirko Borsche. Design Works!" in der Neuen Sammlung der Pinakothek der Moderne. Was erwartet den Besucher?
Bureau Mirko Borsche: Eine repräsentative Zusammenstellung unserer Arbeiten mittels Tusche und Pinsel - reduziert auf ihre Idee.
SV: Werden eure Arbeiten durch die museale Präsentation dem Alltag entfremdet oder ist es eher eine Chance, sie anders als in ihrem ursprünglichen Kontext zu rezipieren?
Bureau Mirko Borsche: Beides ist interessant - die Nähe unserer Produkte ist im Alltag viel öfter gegeben. Ausstellungen ermöglichen dagegen eine neue Perspektive. Das ist eine tolle Gelegenheit, denn ansonsten wird unsere Arbeit eher unbewusst wahrgenommen.
SV: Was ist eure Zielgruppe?
Bureau Mirko Borsche: Wir haben keine bestimmte, sondern arbeiten für kulturell interessierte Menschen im allgemeinen.
SV: Haben die Ausstellungen eurer Arbeiten im kunstaffinen Kontext schon dazu angeregt, einen Versuch der Kategorisierung zu wagen?
Bureau Mirko Borsche: Wir sind Designer, die Autorenschaft unserer Arbeiten ist uns wichtig.
SV: Auf mich wirken die Arbeiten des Bureau Mirko Borsche oft sehr verspielt - oder zumindest so, als hättet ihr einen großen Spaß während des Entstehungsprozess...
Bureau Mirko Borsche:...„Verspielt” ist nicht das richtige Wort. Eher spiegeln unsere Arbeiten den humorvollen Entstehungsprozess wider, der manchmal auch schnell sein kann.
SV: Wie kann man sich den Arbeitsalltag im Bureau Borsche vorstellen?
Bureau Mirko Borsche: Eine ausgewogene Mischung aus Lockerheit und Konzentration. Die Lockerheit schafft überhaupt erst das richtige Umfeld und ist die Basis der Qualität unserer Arbeiten.
SV: Können da auch mal skurile Dinge passieren?
Bureau Mirko Borsche: In unseren Gründertagen haben wir das Magazin „Human Globaler Zufall” in Zusammenarbeit mit dem Axel-Springer Verlag gestaltet - ein Heft über Globalisierung und die damit einhergehenden Geschichten. Das Cover der dritten Ausgabe war ein Wackel-Lentikular-Bild, aufgeklebt von Gefängnisinsassen in Werkstattarbeit. Die zu beklebende Stelle hatten wir mit dem Foto einer nackten Frau markiert. Natürlich löste sich das Wackelbild genau bei den Belegexemplaren der Chefredaktion!
SV: Mal ganz ehrlich: Kommt das beste Design Deutschlands heutzutage nicht sowieso aus München?
Bureau Mirko Borsche: Nicht unbedingt, dennoch ist die Riege für eine Stadt der Größe Münchens international doch sehr beachtenswert: Herbert H. Schultes, Stefan Diez, Konstantin Grcic, Steffen Kehrle, Ayzit Bostan oder auch der leider schon verstorbene Pierre Mendell. Nur um einige zu nennen...
SV: Was kann Design?
Bureau Mirko Borsche: Die Welt verändern, in jederlei Richtung.
SV: Und was ist „gutes Design“?
Bureau Mirko Borsche: Gutes Design baut auf einer starken Idee, ist qualitativ gelungen umgesetzt. Ein gutes Beispiel ist das alte Erscheinungsbild der Lufthansa.
Unplugged. Bureau Mirko Borsche.Design Works! opens on January 13 at Pinakothek der Moderne @
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